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Posted by FW on Mai 18, 2012 in Fokus Ökosystem, Venture Capital
2.500 Businesspläne prüfe ich im Jahr. In wie viele davon investieren wir und wer hat die beste Chance auf Geld?
Woher kommen die ganzen Businesspläne?
Die meisten Businesspläne kommen ‘kalt’. Kalt bedeutet für mich, dass wir bisher keinen Kontakt zu dem Startup hatten, Niemanden persönlich kennen, es keine Empfehlung gab oder gemeinsamen Bekannten. Nicht jeder Businessplan ist schlecht, aber die Masse ist enorm. Es gibt manchmal Massenanfragen, wo 20 Investoren angeschrieben werden und diese nichtmal auf bcc gesetzt wurden. 40% der Investmentmöglichkeiten kommen aus dem Netzwerk (nenne ich ‘warm’). Dies sind befreundete Gründer (mit einem der Partner oder mir befreundet), Freunde von Freunden, Empfehlungen von anderen Investoren, Einladungen zu einem Co-Invest, Empfehlungen von Portfolio-CEOs oder bereits erfolgreiche Unternehmer.
Wozu führt dies am Ende?
Es ist wirklich traurig, aber wer uns einen ‘kalten’ Businessplan schickt, der hat nur eine 0,0072%tige Wahrscheinlichkeit auf eine Finanzierung. Eine Empfehlung hilft da enorm. Die Wahrscheinlichkeit einer Finanzierung steigt um das 80zig fache, wenn man eine Referenz bekommt. Daher ist die Ansprache von Investoren so enorm wichtig. Ja, es sind nur ,6% Annahmequote, aber es gibt auch zahlreiche andere Investoren. Oft passt einfach das Startup nicht in unsere Investmentstrategie oder wir wurden uns nicht einig auf die finalen Konditionen. Es scheitern mehr Verhandlungen als man denkt.
Evolution von Geschäftsmodellen – vom Kaufhaus in die Boutique
Posted by FW on Mai 11, 2012 in Fokus StartUp
Zalando ist das Kaufhaus des Internets. Und Niemand mag Kaufhäuser. Was kommt also als Nächstes? Ist Curated Shopping in der Lage das bessere Geschäftsmodell zu sein?
Als Investor in den ChicChickClub ist mir aufgefallen: das klappt ja richtig gut. Ok, dies erwartet man bei jedem Investment natürlich. Aber in diesem Fall entwickeln sich die Kennzahlen besser als geplant. Meistens sind Zahlen eines Startups unter Plan, in diesem Fall das positive Gegenteil. Also habe ich etwas nachgedacht woran es liegen. Ist es möglich, dass es sich um die Evolution eines Geschäftsmodells handelt?
Jeder der sich mit Produktlebenszyklen und der S-Kurve beschäftigt hat, weiß dass Geschäftsmodelle nur eine begrenzte Zeit funktionieren. Irgendwann wandelt sich der Markt, der Konsument ist erfahrener und mehr Konkurrenz ist aktiv. Differenzierung ist notwendig, das alte Geschäftsmodell erreicht seinen Zenit.

Dies ist schon oft passiert. Facebook ersetzt MySpace. Google übersteigt Yahoo. Apple killt Nokia. Amazon tötet Buchhändler. Wikipedia ersetzt den Brockhaus. Zwar sind dies alle Unternehmen, aber jede Firma steht für ein neues Geschäftsmodell.
Jedenfalls habe ich die Vermutung, dass Curated Shopping das bessere Geschäftsmodel ist. Als Vergleich nehmen wir einfach mal Zalando. Zalando attackiert den deutschen 15 Mrd. Markt für Schuhe. Mit sehr viel Geld, einer hammer starken Execution und dem richtigen Ansatz erobert Zalando derzeit den Online Schuhmarkt. Erfolg haben sie damit, wenn man Umsatz und nicht Gewinn als Maßstab nimmt. Aber Rocket fährt auch keine EBIT Strategie, sondern eine Maximierung des Umsatzes. Die Frage ist aber nun, ob Zalando langfristig profitabel wird oder (z.B. curated shopping) nicht sogar das bessere (= mehr Gewinn) Geschäftsmodell sein könnte. Einfach mal im Vergleich:
Zalando hat eine Retourenquote von (man vermutet – es gibt keine Beweise) von bis zu 60%/70%. “Schuld” daran sind die deutschen Frauen, die einfach 10 paar Schuhe bestellen und 8 zurückschicken. Angeblich werden Kunden daher auch gesperrt, wenn man eine gewisse Retourenmenge erreicht (so ab der dritten Bestellung). Jedenfalls ist die Retourequote sehr wichtig. Es kostet Porto, Logistik (mehr Lager, mehr Leute, mehr Verpackung), Verlust an Produkten (Fehler, nicht mehr neu, Schrammen), mehr Prozesse (Abwicklung, Kommissionierung) und bindet ungemein viel Geld (Kapitalbindung, weil mehr Schuhe im Umlauf sind als verkauft werden). Wenn man diese Quote also reduziert kann, spart man massiv an Kosten und Kapital. Der ChicChickClub (nennen wir ihn ‘CCC’, da ich den vollen Namen noch nie schön fand) hat eine Quote, die ist traumhaft. Aber wirklich traumhaft. Da bekommen die Chefs von Zalando feuchte Träume. Und wieso? Beim CCC bekommen die Frauen jeden Monat 15 paar Schuhe empfohlen, die zu einem Styletypen am besten passen. Ein Stylist + ein Algorithmus entscheidet aufgrund des Kaufverhaltens und einiger persönlicher Fragen, welche Schuhe zu empfehlen sind. Jedenfalls kaufen die Frauen die Schuhe und behalten die auch. Umtausch kommt mal vor, aber meistens sind sie einfach super zufrieden.
Dann hat Zalando ein Margenproblem, denn Zalando ist ein Händler. Sie kaufen Schuhe ein und verkaufen sie direkt weiter. Es wird nicht produziert. Das Geld steckt in der eigenen Produktion von Schuhen, wenn man es kann. Besonders Markenschuhe sind teuer und bieten geringere Margen. Und Markenschuhe sind wichtig um Neukunden auf die Seite zu bekommen. Der CCC designed viele seiner Schuhe selber, kann diese produzieren lassen und braucht keine starken Marken. Dies erhöht den Gewinn pro verkauften Schuh. Und nicht zu vergessen, dass Zalando gut 15.000 verschiedene Schuhe in seinem Shop anbietet (Farben, Größen, Modelle), während CCC mit ein paar hundert auskommt. Weniger Auswahl = weniger Kosten für den Anbieter.
Dann sind die Kundengewinnungskosten bei Zalando nicht unwesentlich. Es wird sehr viel Geld für Marketing ausgegeben (TV Spots). Curated Shopping ist da günstiger. Irgendwie kauft man die Kunden so günstig ein, dass wir jedesmal nach einem Reporting überrascht sind. Ich vermute, dass es an dem Produkt liegt, am social marketing und der Verzicht auf die große Schrotflinte der Werbung. Oder die Kunden lieben es einfach (und entziehen sich meiner Logik).
Ich könnte noch ausführlicher auf die Zahlen eingehen, aber darum geht es nicht. Meine These ist einfach, dass Zalando der klassischen Online-Offline Anbieter ist. Was Zalando jetzt macht, das hat der stationäre Schuhhandel die letzten 60 Jahre getan – nur halt offline. Das Geschäftsmodell ist nicht unbedingt innovativ, aber notwendig. Irgendwann wird alles online gekauft und Zalando ist dann das digitale Kaufhaus der Unter und Mittelschicht. Doch curated shopping könnte noch spannender werden. Ob halt der CCC oder modomoto, die Individualisierung von Einkäufen wird immer wichtiger. Leute wollen nicht ein Kunde von vielen sein (Kaufhaus), sondern persönlich bedient werden (Boutique). Geben wir es doch zu, gerne hätten wir die Preise von Kaufhäusern und den Service von Herrenausstattern. Das wäre herrlich, aber in der Realität zu teuer. Im Internet ist es endlich möglich. Aufgrund der vielen Daten und Nutzerverhaltensanalysen, kann ein individuelle Angebot mit wenig technischem Aufwand erstellt werden. Irgendwann kommen wir an den Punkt, dass man nur noch Angebote bekommt, die man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch relevant findet (Conversion). Dies geht nur, wenn man seinen Kunden kennt. Und der CCC versucht dies. Er lernt über seine Kunden und optimiert das Schuhangebot jedes Mal. Ist doch viel besser als ins Kaufhaus zu gehen, oder?
Und dieser Trend ist an vielen Stellen zu beobachten. Bei modomoto bekommt man ein Paket mit Kleidung, was einem basierend auf Nutzerverhalten und Geschmack zusammen gestellt wurde. Und was kostet es extra? Nichts! Es ist eine Serviceleistung (und Modomoto hat dafür einen Absatzkanal). Trunk Club ist damit bereits in den USA gut unterwegs (ca. 5M Umsatz, average basket size 1500 USD pro Jahr).
Ich glaube, es wird in den nächsten 2 Jahren noch viel mehr Unternehmen geben, die ihren Kunden massgeschneiderte Lösungen anbieten. Algorithmen und Rechenleistung macht es günstig, Exekution umsetzbar und Marktsättigung notwendig. Wenn ihr also Ideen sucht, dann überlegt wie ihr den Kunden noch mehr Service bieten könnt. Und wenn ihr bereits in diesem Bereich aktiv seid – top!
Der (un)Sinn von Events
Posted by FW on Mai 8, 2012 in Fokus Ökosystem
Lauter Events und was bringen die einem? Sie kosten Geld und Zeit! Doch dafür gibt es vielleicht Inspiration und Netzwerk.
Es scheint mir, als hätte die Eventsaison bereits wieder angefangen, dabei ist diese oft erst im Herbst des Jahres. Re:publica, Heureka, Next und einige mehr folgen gerade dicht aufeinander. Ich stelle mir hinterher (aber auch oft vorher) die Frage, ob es Sinn macht diese Events alle zu besuchen.
Was sind Vorteile? Zum einem finde ich einige Reden immer sehr inspirierend. Es ist wie TED. Manchmal treffen Redner genau das richtige Thema, manchmal frage ich mich, wieso die da oben überhaupt stehen. Selten hört man wirklich Neues, aber oft sind es Dinge die eigene Gedanken bestätigen oder neue Überlegungen anregen.
Zum anderen können die Vorträge/Panel auch sehr amüsant sein. Gerade wenn auf der Bühne Rocket Internet, Team Europe und Project A sitzen. Diese Momente sind gefüllt von (netten) Seitenhieben und einer Menge an Insiderjokes. Man lernt nicht unbedingt etwas Unerwartetes, aber es gibt der Szene ein Gesicht und schärft das Profil des Rudels.
Ein weiterer und wesentlicher Vorteil ist der Kontakt zu den anderen Teilnehmern. Entweder man trifft alte Bekannte und kann diese Beziehung intensivieren oder man lernt komplett neue Personen kennen. Ich gehe von solchen Events immer mit duzenden Namen weg und bemühe mich bei fast allen dann um ein Follow-Up. Man erfährt von neusten Projekten, tollen Startupideen oder auch Austausch von Marktgerüchten. Nirgendwo sonst hat man so eine Fülle an Leuten, die ebenso netzwerken wollen und Zugriff auf aktuellste Marktinformationen. Gerade für frische Gründer sind solche Events vorteilhaft. Man trifft Investoren und kann sich so besser verankern als mit einer Kaltanfrage per email. Klar, niemand bekommt eine Seedfinanzierung aufgrund eines 5-Minuten-Gesprächs, aber ich habe schon viele Gründer auf Events getroffen, mit denen ich spätere intensiveren Kontakt hatte. Die Anwesenheit von Gründern zeigt bereits den Willen und die Bereitschaft.
Doch haben Events auch Nachteile. Klar, einige sind sogar recht teuer. Zwischen 150€ und 800€ kann ein Tag schon kosten. Dies ist eine Menge Geld für eine Veranstaltung, die keinen quantifizierbaren Nutzen einbringt. Doch noch teurer ist die Zeit. Wenn man eine Woche durchgehend von morgens bis abends (denn wer will auf das Bierchen verzichten?) auf Veranstaltungen ist, kann nicht unbedingt produktiv arbeiten. Dies ist für Gründer gravierend und für alle anderen auch.
Und entspannend sind die Events auch nicht. Besonders die erste Stunde sind immer anstrengend, wenn die Gäste alleine an ihren Stehtisch stehen, Kaffee trinkt und konzentriert auf ihre Smartphone schauen (weil keiner zugeben will, dass er Niemanden kennt). Ich stelle immer wieder fest, dass es gut eine Stunde dauert, bis alle sich rege unterhalten, man sich gegenseitig vorstellt und auch bekannte Gesichter erkennt.
Mein Fazit ist, dass man sich vorher ganz klar überlegen sollte, ob man eine dieser Veranstaltungen besucht. Ich empfehle dabei folgende Punkte:
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Anfang des Jahres eine Planung machen welche Events es geben wird. Sich die wichtigsten 5 auswählen.
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Kleine Events auswählen zur Stärkung des Netzwerkes und Fachbeiträge (z.B. Heureka).
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Große Events besuchen (z.B. Next) um den Horizont zu erweitern, Inspirationen zu bekommen und Top-Level Kontakte zu erhalten.
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Damit rechnen, dass der Tag am Ende für die Katz war, aber auch Mehrwert bedeuten kann.
Soweit: Feierabend

Wie wird man richtig erfolgreich? – Intelligenz + Charakter + Chance
Posted by FW on Apr 30, 2012 in Allgemein
Was braucht man, um richtig viel Erfolg zu haben? Eine ordentliche Portion Intelligenz, die richtigen Charactereigenschaften und die Chance beim Schopfe packen. Wir müssen einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein – und wir sind es. Das Internet wird unermesslich viel Reichtum erschaffen für unsere Gesellschaft. Was braucht man also dazu, damit jeder von uns etwas abhaben kann?
Am Wochenende habe ich das Buch “Überflieger – warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht” von Malcom Gladwell gelesen. Nach “Blink” und “Tipping Point” das dritte Buch innerhalb weniger Wochen. Jedenfalls versucht Malcom in seinen 250 Seiten zu erklären, wieso einige Menschen so erfolgreich geworden sind. Ich finde einige seiner Thesen sehr spannend und würde diese gerne auf uns übertragen. Was benötigen demnach wir um Erfolg zu haben? Als Annahme gehe ich einfach davon aus, dass wir von finanziellen Erfolg sprechen. Was ist demnach nötig um etwas richtig Großes zu erreichen? Etwas Großes kann ein Facebook, Google, Instagram sein. Aber auch der führende VC Europas, Chef des größten Werbenetzwerkes oder zukünftiger Minister für Informationstechnologien im Bundestag. Es gibt sehr viele Möglichkeiten für Erfolg und historisch gesehen gibt es immer wieder Gemeinsamkeiten.
Nach Gladwell (und meiner Interpretation) bedarf es einer Mischung aus mehreren Faktoren. Wenn diese Faktoren zusammentreffen, dann konnten Menschen etwas Großes erschaffen. Menschen wie Bill Gates, Rockefeller, Steve Jobs, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Larry Page, Al Capone oder William Vanderbilt. Diese 3 Faktoren sind: Gene + Charakter + Chance.
Intelligenz: Für unsere Gene können wir nichts. Wir suchen uns unsere Eltern nicht aus. Demnach ist Intelligenz (zu 50% genetisch, 50% von Erziehung) eine Art Geschenk. Aus meiner Sicht ist Intelligenz nichts, was wir bewundern sollten. Viel spannender ist, was Leute daraus machen. Christopher Langan gilt mit einem IQ von 195-210 als intelligentester Mensch der Welt. Und was hat er damit erreicht? Er war jahrelang Türsteher und hat sein Studium nie beendet. Ihm fehlte der notwendige Charakter und die Chance etwas mit seiner Intelligenz anfangen zu können. Rein von den Kapazitäten hätte er der nächste Einstein werden können, ist es aber nicht. Doch ist Intelligenz sehr wichtig. Sie ist Basis für Erfolg aus meiner Sicht. Es gibt eindeutig eine Korrelation zwischen Einkommen und IQ. Doch funktioniert diese nur bis zu einem IQ von ca. 120. Ab diesem Wert steigt das Einkommen nicht mehr parallel zur Intelligenz. Man könnte also sagen, dass eine überdurchschnittliche Intelligenz ausreicht. Ich glaube, jeder der sein Abi schaffen konnte (oder es gekonnt hätte), der kann alles andere in dieser Welt auch erreichen (Ausnahmen sind Astrophysik oder Raketen bauen. Dies soll angeblich wohl richtig schwer sein).
Charakter: Wenn also eine ordentliche Portion Intelligenz ausreicht, was trennt dann die Erfolgreichen von den weniger Erfolgreichen? Aus der Sicht von Gladwell ist es das Verhalten der Menschen. Nennen wir es Charakter oder Persönlichkeit. Ich habe hier darüber geschrieben gehabt, dass es eine Art Gründer-DNA gibt. Gewisse Eigenschaften, die erfolgreiche Gründer benötigen. Diese sind in erster Linie Fleiß, Ehrgeiz, Kreativität und Durchsetzungsstärke. Es gibt diese 10.000 Stunden Theorie. Man geht davon aus, dass jeder Mensch ein Experte in seinem Fach werden könnte, wenn er 10.000 Stunden trainiert. Bill Gates hat 10,000 Stunden Programmiererfahrung gehabt, bevor er gegründet hat. Man sagt, dass Mozart 10.000 Musikerfahrung hatte, bevor er seine ersten erfolgreichen Symphonien geschrieben hat. Ohne Fleiss und sehr viel harter Arbeit wäre weder Bill noch Amadeus berühmt geworden. Beide haben hart gearbeitet und ihnen wurde nichts geschenkt.
Woher kommen aber diese Eigenschaten eigentlich? Nach Gladwell aber auch Hofstede sind wir das Ergebnis unserer Erziehung durch Eltern und Umwelt. Angeblich sind z.B. Asiaten nicht intelligenter als Europäer wenn es um Mathematik geht (wo Koreaner und Japaner immer besser abschneiden), sondern die Sprache und Kultur in Ostasien fördert mathematisches Denken deutlich stärker. Wer sich einmal mit Hofstede und seinen Theorien beschäftigt hat, weiss das jedes Land gewisse Eigenschaften hat. Dadurch wächst jeder von uns etwas anders auf und hat eine Einstellung zu gewissen Themen wie: Moral, Fleiß, Arbeit, Freunden oder sozialem Verhalten. Es gibt Menschen, die haben rechnerischen den gleichen IQ, aber Niemand hat die gleiche Persönlichkeit.
Chance: Um auf den Punkt zu kommen. Nehmen wir an, jeder von uns hat ausreichend geistige Fähigkeiten (Probleme zu erkennen, Zusammenhänge zu verbinden und Lösungen zu finden ) und gewisse Charaktereigenschaften (z.B. den Fleiss und Ehrgeiz die Idee auch in die Realität umzusetzen), dann fehlt die entschiedene Komponente. Diese ist, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Bill Gates hatte viel Glück, dass er in den 70ziger Jahren gelebt hat. Wäre er in den 20er geboren, hätte ihm sein Interesse für Programmieren nichts gebracht. Aber in den 70zigern war er mit 10.000 Stunden Programmiererfahrung dabei, als die PCs endlich leistungsfähig worden, dass sie Code in großen Mengen verarbeiten konnten. Er war einer von ganz wenigen Menschen, die damals überhaupt sowas wie Windows erstellen konnten. Heute können dies vermutlich tausende von Entwicklern, aber damals gab es nur eine Handvoll. Und auch Mark hatte viel Glück. Die Idee eines sozialen Netzwerks gab es schon vor ihm. Es gab Friendster (2002) und MySpace (2002), welche 3 Jahre vor Facebook auf dem Markt waren. Mark hätte also ein paar Jahre vorher seiner Zeit voraus sein können. Wie ich hier schrieb, bedarf es den richtigen Zeitpunkt für gewisse Innovationen. Nur weil man intelligent und ehrgeizig ist, garantiert dies nicht den Erfolg. Wir müssen auch auf das richtige Pferd setzen. Die richtige Idee, von der wir erst Jahre später wissen, ob es zum Erfolg wird. Deswegen bewundere ich Gründer, wenn diese absolut überzeugt von ihrer Idee sind, ohne zu wissen ob es je klappen wird.
Ich möchte uns natürlich nicht entmutigen. Eher im Gegenteil. Ich glaube, dass wir an der Schwelle des nächstens Goldrausches sind. In den USA sind die meisten Milliardäre entstanden zur Zeit, als Eisenbahnen gebaut wurden, Banken gegründet, das Land aufgeteilt wurde und Stahl produziert wurde. Durch die industrielle Revolution sind sehr viele Menschen sehr reich geworden. Die derzeitige Revolution hat gerade erst angefangen. Es gab vermutlich selten so viele reiche Leute, die in so kurzer Zeit es nach oben geschafft haben. IT, Telekommunikation und dem Internet sei dank. Aus meiner Sicht fängt alles erst an. Das Internet (inkl. mobile, Software, “Internet der Dinge” usw.) wird unser Leben noch massiv wandeln und der Kuchen musst erst verteilt werden. Jeder der sich also für diesen Markt bereits interessiert, hat große Chancen auf den “Glücksmoment” den Bill Gates hatte. Denkt nur darüber nach, wie viele Branchen noch so ineffizient sind und neue, innovative Unternehmen diese revolutionieren können. Banken, Versicherungen, Transport, Logistik, Bildung, Ernährung. Medien und Kommunikation sind die Vorreiter, aber so viele Bereiche sind noch “offline”. Also liebe Leser, der Kuchen ist serviert, wird brauchen jetzt nur die Ideen wie man sich Stücke abschneiden kann.
(Mir ist bewusst, dass ich viele Thesen sehr ungenau anschneide. Aber wer will schon 250 Seiten Text lesen? Gerne in einem persönliches Gespräch mehr. Wie wäre es auf der Heureka am 7.Mai?)
Der “Trödelmarkt des Internets” Pinterest – ein Google Killer?
Posted by FW on Apr 20, 2012 in Fokus StartUp
Pinterest ist ein Chaos. Einmal ansehen und ein (männliches) Auge kann schnell überlastet sein durch die Fülle an Bildern, Texten und diese fehlende Struktur. Trotzdem ist Pinterest eines der erfolgreichsten Startups der letzten 18 Monate. Keine Seite ist so schnell gewachsen, hat bereits so eine Macht und steht gleichzeitig noch am Anfang.

Das dynamische (schwarze)Brett des Internets
Pinterest ist etwas ganz altes und doch neu. Einfach gesagt, ist es ein dynamisches schwarzes Brett. Man schaut drauf und sieht jede menge Fotos. Diese Fotos (ob von Schuhen, Autos, Leuten) wurden von anderen Nutzern veröffentlicht. Jeder, der etwas schönes im Internet findet, der veröffentlich es auf Pinterest und damit sehen alle anderen das Foto. Man kann Leuten auch folgen und bekommt so nur eine Auswahl an neuen Fotos zum sehen. So kann man z.B. nur Leuten folgen, die besonders schöne Autos veröffentlichen. Eigentlich bringt Pinterest gar nichts. Es ist total unnütz und doch zugleich interessant. Man kann stundenlang auf der Seite surfen und entdeckt immer wieder neue und schöne Fotos. Es spielt einfach einen psychologischen Effekt an: man möchte Dinge selber entdecken und dann dies mit anderen teilen. Ähnlich wie bei Facebook, aber fokussiert auf Fotos und ohne Freunde.
Pinterest könnte ein Google Killer werden
Eigentlich ist es ja egal, was so ein paar Frauen im Internet machen, denn es sind ja fast nur Frauen auf der Webseite. Doch sollten wir die Macht dahinter betrachten. Zum einen wissen wir, dass Frauen viel stärker (monetär) konsumieren als Männer im Internet. Gerade Kleidung, Schmuck, Möbel oder andere Alltagsgüter werden von Frauen gekauft. Damit sind diese die wichtigste Zielgruppe um Geld zu machen. Und wo sind die Frauen wohl? Genau, alle bei Pinterest (oder einige). Über 2 Millionen Menschen loggen sich bereits täglich auf Pinterest ein, verbringen monatlich fast 1,5 Stunden auf der Seite. Mit über 180 Millionen Visits im laufe des Monats, sind es mehr als bei Twitter. Heißt, dass Pinterest bereits jetzt größer ist als twitter. Wieso größer? Nun aus meiner Sicht ist es wichtig, wo der Nutzer seine Zeit verbringt. Denn dies deutetet zum einen darauf hin, dass er sich wohl fühlt (= höhere Werbeeinnahme) und die Webseite kann den Nutzer besser steuern. Wieso ist youtube, twitter oder facebook so mächtig? Oder auch google? Weil diese 4 Firmen kontrollieren, wohin der Internetnutzer sich bewegt (=referrals). Auf twitter kann ich nichts kaufen, aber auf den Seiten die ich besuchen, weil ich einen Link auf twitter/FB/youtube gefunden habe. Je mehr Nutzer ich also auf meiner Seite habe und je mehr ich diese steuere, desto mehr Macht habe ich. Einfaches Beispiel. Etsy (immerhin ein sehr erfolgreicher ecommerce Marktplatz) bekommt inzwischen über 25% seines Traffiks über Pinterest. Konsequenz? Pinterest hat Macht. Wenn die morgen sagen: “wir sperren Etsy”, dann kann Etsy gut >25% seines Umsatzes verlieren. Genauso wäre es, wenn google einfach eine Webseite aus dem Index nimmt. Wer den Kunden weiterleitet, der hat die Macht über das Ziel wohin der Kunde sich bewegt. Und so gesehen ist Pinterest das google 2.0. Es zeigt Leuten neue Dinge und leitetet diese dann auf die Ursprungswebseite. Ich kann mir also gut vorstellen, dass gerade Google am meisten darunter leidet. Genau wie Google unter Facebook leidet. Die Leute brauchen Google einfach immer weniger um Dinge zu finden. Durch Facebook finde ich Dinge (ob News, Videos oder Shopping) durch meine Freunde. Dank Pinterest finde ich Möbel, Kleidung, Schuhe, Ferienorte oder Geschenke. So oder so, Google ist außen vor. (M***, sollte meine Aktien langsam mal verkaufen.)
Derzeit 7,7 Milliarden USD wert
Aktuell liegt der Wert bei sagenhaften $7,7Mrd laut Forbes. Mir fallen nicht viele Internetunternehmen der letzten 2 Jahre ein, welche so groß waren. Damit spielt Pinterest bereits jetzt in einer Liga wie Groupon, Zynga, Dropbox, Linkedin oder Twitter. Über 37,5M$ wurden in das Unternehmen gesteckt. Neben (glücklichen) Angels, sind auch Andreessen Horowitz und Bessemer vertreten. Trotzdem wirkt der Cap Table aber eher so, als hätten kaum VCs an Pinterest geglaubt. Die ersten beiden Runden wurden hauptsächlich von Angels getragen, welche eher an Visionen glauben als VCs. Kann es auch gut nachvollziehen. Wir haben uns selber einige Wettbewerber von Pinterest angesehen gehabt und wissen, wie skeptisch man gegenüber diesem (Geschäfts)Model ist. A16 hat es jedenfalls wieder geschafft sich Anteile an einer Billion-Dollar-Company zu sichern. Strategie geht auf!
Bereits die Erotikbranche hat es begriffen
Und wie können Unternehmen davon profitieren? Aus meiner Sicht braucht jedes Modellabel, jede Modekette, jedes Kaufhaus ein Board bei Pinterest. Es ist genauso ein Kanal für social media, wie es facebook, twitter und youtube inzwischen sind. Pinterest ist bereits ähnlich bedeutend und hat große Vorteile für die Hersteller von schönen Dingen. Gilt natürlich auch für Autos, Reisen, Inneneinrichtung, Häuser, etc.. Ein paar Hinweise gibt es hier. Ich meine, wenn sogar Escortdienste Werbung auf Pinterest machen, dann wird es Zeit für die restlichen Marken unserer Gesellschaft.
Ja, die Seite ist anfangs ziemlich verwirrend. Ich finde das Produkt auch gar nicht so faszinierend, wie ich das Ergebnis finde. Es ist einfach spannend zu beobachten, wie seine Webseite, die vor einem Jahr noch total unbekannt war, jetzt größer ist als Twitter. So schnell können neue Unternehmen entstehen, und vielleicht auch wieder untergehen. So oder so, als Marketing Leute solltet ihr Pinterest im Auge behalten und als Marktbeobachter ebenso.
The next big thing dabei? Soziale Mobilität und Individualisierung von Erfahrungen
Posted by FW on Apr 13, 2012 in Trending Stars, Zukunft
Viele Trends sind derzeit im Markt. 2 Themen finde ich besonders heiß: Individualisierung von Erfahrung und soziale Mobilität. Was wird also the next big thing?
Ein Vorteil meines Jobs ist, dass ich viele Dinge sehe, bevor diese groß werden. Da wir mit den ganzen Gründern zusammen arbeiten, setzen wir oft direkt nach dem Ideenprozess an. Eine Erfahrung daraus ist, dass jede Idee hunderte Male an verschiedenen Orten auftaucht. Aus diesem Grund ist aus meiner Sicht eine Idee auch wertlos, sondern erst die Umsetzung dieser zählt. Denk einfach daran, wenn du eine Idee hast, dann hat einer anderer irgendwo diese auch. Jedenfalls sind mir gerade in den letzten Woche zwei Themen aufgefallen, die gerade brodeln. Es vergeht kein Tag, wo man von diesem Konzept nicht hört.
Individualisierung von Erfahrungen:
Hier fällt auf, dass ungeheuer viele Teams an diesem Thema arbeiten, Gidsy ist nur ein prominentes Beispiel, welches viel PR aber wenig Kunden bekommt. In den USA gibt es Vayable, welche bereits ihr Geschäftsmodell anpassen mussten, nachdem der Markt sich nicht wie erwartet entwickelt hat.
Jedenfalls sprechen diese alle ein ähnliches Bedürfnis an: individuelle Freizeitgestaltung. Mal ist es der Schwerpunkt auf Ausbildung (wie Skillsetter), mal normale Events (Regiondo) oder Erlebnisse (MyGuidie, Gidsy, Sidetour). Persönliche denke ich: “hey, das ist logisch, das ist cool. Sowas brauchen wir“. Aber praktisch gibt es bisher viel zu wenig proof of concept. Oder wie sagt man, es fliegt noch nicht. Bisher gibt es keinen Erfolgsfall, keine Winner. Bedeutet, alle Startups haben noch faire Chance und Neueinsteiger können mit einem weiteren Konzept den Markt für sich entscheiden. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass ein Erfolg nicht garantiert wird. Es gibt einfach Segmente, wo Erfolg eine viel höhere Wahrscheinlichkeit hat. Dies ist Mode (Vestiaire), klassisches ecommerce (Nu3) oder Software (Shiftplanning). Alles neue Startups, die sich langfristig wohl durchsetzen werden.
Das ganze gibt es auch für Essen, Kochen, Lebensmittel usw. Ein Trend in den USA ist es wohl, dass man mit Fremden sich zum Essen trifft (Grubwithus), sich fertige Mahlzeiten kochen lässt (Gusta, Gobble) oder direkt einen Privatkoch bestellt (Kitchensurfing, Kitchit).
Soziale Mobilität:
Und dann gibt es viele Startups, die gerade eine Art badoo mobile entwickeln. Beispiele sind Glancee, highlight oder Banjo. Alle sprechen das Bedürfnis nach sozialen Kontakten an. Wäre es nicht ideal, wenn man in eine Kneipe geht und anhand einer App sofort sieht, wer den gleichen Fussballverein mag, bei der selben Firma arbeitet, wer single ist oder aus der gleichen Heimatstadt kommt. Es bieten einen super einfachen Aufhänger für ein Gespräch und verhindert eine der größten Ängste des Menschen: soziale Isolation. Auch hier sagen ich, ja sowas muss sich durchsetzen. Es spricht einfach konkrete Probleme an. Und es gibt hunderte Teams, die an diesem Thema arbeiten. Ich sehe pro Woche gut 2-4 Businesspläne, die dieses Thema angehen. Bedeutet, dass es viel mehr Teams gibt, die weltweit an dieser Lösung entwickeln. Auch hier könnte der Zeitpunkt bald soweit sein, nachdem das iPhone die Smartphone-Welle vorbereitet hat. Denn ein mobiles Endgerät ist die Grundlage dafür.
Die große Frage ist, wann ist der Tippingpoint? Wann wird eine dieser Entwicklungen auch massentauglich? Mainstream? Oft braucht es eine Mischung aus Ideen + Technologie + Errungenschaften + sozialem Verhalten, bis ein Produkt einen Markt komplett neu aufrollen kann. Erst das iPhone hat die Ära von mobile ausgelöst. Aber ohne UMTS und günstigen Datentarifen, hätte dies nie funktioniert. Und ohne die Entwicklungen von PCs und deren Hardware, wären wir auch nicht wo wir sind. Richtiger Erfolg gibt es nur, wenn man mit der passenden Idee zum richtigen Zeitpunkt ist. Und da bin ich ehrlich: dies ist Glück!
So oder so, wir warten auf den Durchbruch. Kommt er jetzt oder erst in 2-3 Jahren? Wann buchen wir Freizeit nur noch über Gidsy und Skillsetter, oder werden wir dies vielleicht nie tun? Sitzen wir alle irgendwann in Bars und stalken die Gäste, oder setzt es sich gesellschaftlich vielleicht nie durch?
By the way: Die Idee von Grubwithus finde ich richtig cool. Will das nicht mal wer in Berlin machen?
Wer sind die Gewinner des 1Mrd. Instagram Deals?
Posted by FW on Apr 10, 2012 in Fokus StartUp
Facebook kauft Instagram für 1Mrd USD. Wer bekommt das Geld?
Gestern (Ostermontag) wurde verkündet, dass Facebook Instagram für 1Mrd $ gekauft hat. Instagram ist eine mobile Fotosharing App für das iPhone und hat derzeit weit über 20 Millionen Mitglieder. Ich selber nutze die App seit längerer Zeit. Während die deutschen Medien also noch schlafen, möchte ich kurz darauf eingehen, wer von diesem Deal eigentlich profitiert.
Instagram wurde erst vor 2 Jahren “erfunden”. Es ist nicht die erste von Fotosharing Apps, aber aus einer Sicht die Beste. Man macht ein Foto, verändert dies mit Filter (ein Graus für alle semi-professionellen Fotografen) und teilt sein Foto mit Freunden in einem Stream über die App. Die App ist kein Hexenwerk, ist aber durch seine Filter (=ein Foto wird modifiziert und sieht danach schlechter aus aber interessanter) groß geworden. Diese App hat es millionen von Amateuren ermöglich Fotos zu machen, die fast schon gut aussehen könnten. Ich mag die App, weil sie sehr schlank ist. Binnen von 3 Klicks kann man ein Foto veröffentlichen. Weder mit Facebook, noch Foursquare geht dies so schnell.
Der große Gewinner: Gründer & CEO Kevin Systrom. Was hat er vorher gemacht? Nun er hat für ein Startup gearbeitet, welches an Facebook verkauft wurde. Zudem war er auch ein Jahr bei Google und zudem Praktikant bei twitter (bzw. dem Vorgänger twttr). Am Ende wird Kevin wohl noch über 40% der Firma gehalten haben. Abzgl. der Vorrechte von Investoren, bleiben ihm daher angeblich 350M-400M$. Ich sage da mal: nice one!
Und die Investoren freuen sich natürlich auch. Instagram sorgt für eine klassischen Ausreißer im Investmentportfolio, wovon jeder VC nachts feucht träumt. Die Einstiegsbewertung war vermutlich nicht über 10M$ und daher dürfte es ein 100x auf die Seed Runde geben (eher sogar 400x). Andreessen Horowitz hat damals 500k in der Seed investiert, zusammen mit Baseline Ventures. Zu diesem Zeitpunkt bestand Instagram aus einer Person: Kevin. Demnach wird sich der VC Andreessen Horowitz vermutlich über gut 100M$ freuen dürfen. Sehr sehr nett, wenn man vorher 0,5M investiert hat. Andere Investoren haben 50M auf eine Bewertung von 500M investiert. Ich denke Sequoia, Greylock und Benchmark werden sicherlich gut den zweifachen Einsatz zurück bekommen, was für ein so kurzes Investment (weniger als ein Monat) sehr sehr nett ist. Benchmark direkt, bekommt wohl 180M$.
Gewinn teilen? Vermutlich nicht viel, denn Mitarbeiter gab es kaum. Instagram kommt auf gut 9 Mitarbeiter, was sicherlich eine der kapitaleffizientesten Firmen ist, die ich kenne. Zudem gibt es einen ordentlich Scheck für diese. Interessant ist aber auch der Fakt, dass diese Firma knapp 50% seines Kaufpreises an Investoren auszahlt. Die einen mögen sagen, dass dies schon viel ist. Aber wäre Instagram überhaupt soweit gekommen, wenn es ohne fremdes Geld gewachsen wäre?
Woher kommt eigentlich Point Nine Capital?
Posted by FW on Mrz 27, 2012 in Fokus VC
Woher kommt Point Nine Capital. Was haben wir mit Team Europe zu tun? Heute ein paar Worte zur Geschichte von Point Nine und Team Europe.
Ich habe viel geschrieben über andere und nur wenig über uns. Ich habe dies bewusst gemacht. Hier steht nicht Point Nine Capital im Fokus, sondern andere Investoren, coole Startups, aktuelle Neuigkeiten und Sonstiges. Trotzdem heute einen Beitrag dazu, wer eigentlich hinter Point Nine Capital steht. Was haben wir mit Team Europe zu tun und wie sind die derzeitigen Zusammenhänge?
Der Ursprung: Der offizielle Anfang war die Gründung von Team Europe Ventures. Lukasz Gadowski war als Gründer von Spreadshirt und Co-Founder/Investor (u.a. StudiVZ und Brands4Friends) schon lange in Berlin aktiv. Kolja Hebenstreit hat früher als Praktikant bei Spreadshirt angefangen, dann bei StudiVZ gearbeitet und war auch als Angel aktiv. Zusammen (+ einige weitere) wurden auch gemeinsame Projekte wie Brands4Friends angefangen. Jedenfalls kamen die beiden 2009 zu dem Konzept, dass man Company-Building doch institutionalisieren könnte. Dies war die Geburt von Team Europe Ventures und mit Steffen Hoellinger, sowie Pawel Chudzinski, wurde hier in Berlin TEV gegründet. Lukasz & Kolja konzentrierten sich ab diesem Zeitpunk auf den Aufbau von Startups (Digitale Seiten, Mister Spex, madvertise, DeliveryHero, usw.). Pawel übernahm von Anfang an den internen Investmentfund.
Der erste Fund: Anfangs legten die Gründungspartner + einige Freunde ca. 6 Millionen ihres Geldes zusammen um den ersten Fond zu gründen. Es handelte sich um das Geld der Partner und anderen Internetgrößen. Pawel kümmerte sich um die Investments und ich kam 2010 damals als Praktikant dazu. Es war ein untypischer Zug. Normalerweise kommen die Gründer eines VC-Fonds aus dem Private Equity, Banken, M&A, Beratungen. Bis vor wenigen Jahren war es nicht üblich, dass ehemaliger Unternehmen einen eigenen Fond gründen, welcher auch offen für andere ist. Wir investieren nicht nur das Privatvermögen der Partner, sondern auch dritter Personen. Dadurch sind wir auch kein Angel mehr, sondern fallen in die Definition eines Venture Capital Fonds.
Die Aufteilung: 2011 kam es dann zur geplanten Trennung. Lukasz & Kolja blieben bei Team Europe (jetzt ohne Ventures) und nahmen noch 3 weitere Partner mit auf. Pawel gründete zusammen mit Christoph Janz Point Nine Capital. Was ist genau der Unterschied? Zum einen gab es eine rechtliche Entflechtung von VC-Fond und Company Building und auch eine Verschiebung der Verantwortung. Vorher war alles unter einem Dach, jetzt ist es sauber getrennt. 2 Marken, 2 Strategien, 2 Führungsteams. Christoph Janz kam als weiterer geschäftsführender Gesellschafter dazu und gründete dadurch mit Pawel Point Nine Capital. Ich bin nach dem Ende meines Studiums direkt bei Point Nine Capital eingestiegen, was mehr oder wenig zum Zeitpunkt der Gründung war. Christoph Janz (hier sein Blog) ist seit seiner Jugend Unternehmer. Während der Schulzeit hat er bereits erste Unternehmen gegründet und später das ein oder andere auch verkauft. Irgendwann wechselte er auf die Seite der Investoren und war ein sehr aktiver Angelinvestor (u.a. Zendesk). Da wir bereits zahlreiche Deals zusammen gemacht hatten (TEV + Christoph Janz als Angel), war er der ideale Gründungspartner für Point Nine.
Derzeit: Team Europe kümmert sich jetzt nur noch um den Aufbau von stark wachsenden Internetunternehmen und die Gründung von Vertikals. Mit Vertikals meine ich Unternehmen, die langsamer wachsen, dafür aber strategische Vorteile haben wie iPotentials (Personal), Gruenderszene & VentureVillage (Media) + weitere.
Point Nine Capital ist inzwischen ein reiner VC. Bedeutet, dass wir zwar eng mit Team Europe zusammen arbeiten (Kolja & Lukasz unterstützen uns bei Investments), aber die Geschäftsbereiche getrennt sind. Was uns an Ideen geschickt wird, das bleibt bei uns. Niemand bei Team Europe wird einen Businessplan sehen – außer dies wird gewünscht.
Zukunft: Und wie geht es weiter? Team Europe wird weiterhin erfolgreiche Startups bauen, wir investieren in diese und viele andere. Unser Fokus bleibt es, dass wir die besten Early-Stage Startups unterstützen wollen. Bevorzugt in Deutschland, aber natürlich auch globale Gelegenheiten. Unsere Schwerpunkte sind mobile (z.B. madvertise), market places (z.b. dawanda), lead generation (z.B. DeliveryHero), Ecommerce (Westwing, wirkaufens) und natürlich SaaS (StyleSeat, Clio, unbounce) + weitere (z.B. Couchsurfing). Wir haben ausreichend Kapital, steigen früh ein und geben bis zu 1 Millionen € für ein erstes Investment + optional mehr in späteren Runde.
Angels vs. VCs
Posted by FW on Mrz 22, 2012 in Venture Capital
Wieso einen Business Angel nehmen, oder doch einen VC als Investor? Was sind die Vorteile und Nachteile dieser Investorengruppe?
Wieso eigentlich zu einem VC gehen, wenn man Geld braucht? Auf den ersten Blick hat ein Business Angel doch alle Vorteile. Eine Gegenüberstellung welche Argumente für Business Angels sprechen und welche für Venture Capital Fonds.
Business Angels
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Bieten Geld (oft kleine Beträge von 10k bis zu >100k). An sich bereits ein gutes Argument
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Bieten Know-How. Vieles Angels kennen einen Markt sehr gut, sind oft selber Unternehmer. Sie haben Netzwerk, Erfahrung, strategische und operative Expertise. Angels können einem helfen, gerade in der Anfangszeit. Sie waren selber bereits da und teilen diesen Wissen mit ihren Investments.
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Investieren in Leute. Oft steigen Angels ein, wenn es noch kein finales Produkt gibt. Demnach basiert die Investmententscheidung auf der Idee und dem Team. Ist doch der Traum eines Gründers. Ohne bisher ein Risiko einzugehen, bekommt man bereits Geld. Idealer Start für die Gründung.
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Faire Terms. Business Angels sind bekannt dafür, dass sie oft gründungsfreundliche Dealterms unterzeichnen. Dies kann also bedeutet, dass Anfangs eine recht sportliche Bewertung akzeptiert wird, dass man auf Liquidationspreferences und das üblich verzichtet. Ein weiteres stark Argument, wieso Angels ideale Investoren für einen Gründer sind.
Wenn man dies so sieht, dann sind Venture Capital Firmen wirklich one the dark side. VCs verlangen oft harte Terms, Traction, einiges an Anteilen und achten stark auf Bewertung. Demnach gibt es also kaum Vorteile, oder?
Venture Capital Investoren
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Mehr Geld. Hier haben wir das Hauptargument. Man wünscht sich eigentlich einen Investor with deep pockets. Idealerweise investiert der VCs in der Seed Runde, dann in der Series-A und gerne auch in der Series-B. Manchmal steigert er sein Investment, ansonsten geht er pro-rata mit. So oder so, ein guter VC hat Geld in der Hinterhand für Folgerunden. Wieso ist dies wichtig? Zum einem signalisiert er neuen Investoren, dass die bestehenden Geldgeber weiterhin an das Startup glauben. Dass also Altinvestoren mitgehen ist ein starkes Signal für die neuen VCs. Zum anderen hilft dies Runden zu stützen, wenn es mal eng wird. Ob mit einem Bridge-Loan oder einfaches mitziehen. Manchmal braucht ein Startup schnell Geld und dann sind reiche Investoren sehr vorteilhaft.
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Verantwortung. VCs investieren oft alleine oder mit ein bis zwei Co-Investoren. So oder so, einer ist der Lead-Investor. Bedeutet, dass ein VC die Verantwortung übernimmt. Er kümmert sich um die Verträge, fragt die KPIs ab und kontrolliert regelmäßig die Entwicklung des Startups. Die Co-Investoren nehmen eher eine passive Rolle ein und unterstützen auf Nachfrage (Netzwerk, Strategie, Fundraising). Jedenfalls ist immer ein Investor aktiv im Geschehen. Wenn es demnach zu schwierigen Situationen kommt, wissen die Gründer oft an wen sie sich direkt wenden können.
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Professionalisierung. Ja, die Terms sind härter. VCs verlangen oft hohe Anteile der Firma, bzw. wollen eine tiefe Einstiegsbewertung sehen. Es ist nicht unüblich, dass die neuen Investoren 20% bis 30% der Firma bekommen. Dies ist aber nicht normal. Oft müssen Gründer auch nur 5% oder 10% abgeben. Hängt von einigen Faktoren ab. Jedenfalls sind die Konditionen oft nicht angenehm. VCs verlangen meistens bevorzugte Anteile (im Detail ein späteres Mal). Gleichzeitig führt dies aber dazu, dass ordentliche Verträge aufgesetzt werden. Spätere Finanzierungsrunden sind leichter, da die Satzung, Shareholder Agreement, Eintragung usw. zu diesem Zeitpunk fertig ist (wenn es vorher noch nicht so war). Ich habe Angels gesehen, die Geld geben bevor die Firma überhaupt existiert. Bei VCs ist dies eher selten der Fall.
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Signalwirkung. Oft, aber nicht immer, ist ein Investment von VCs auch ein positives Signal. Es bedeutet, dass die Firma einen gewissen Wert hat, dass auch andere das Potential sehen. Mit einem VCs Investment steigt die Überlebenschance massiv. Zum einen weil VCs ungerne ihre Investments sterben lassen. Zum anderen weil ein VC auch andere VCs anlockt. Wenn bereits ein VC investiert hat, macht dies andere Investoren neugierig. Die fragen sich dann: “was haben die gesehen, was wir nicht sehen?”. VCs hassen nichts so sehr, wie einen guten Deal zu verpassen.
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Investieren in Geschäftsmodelle. Nur selten investieren VCs in eine Idee. Wenn dann muss das Team hammer sein. Dies ist bei einigen Company Builder und Serials Entrepreneurs gegeben. Eigentlich investieren VCs demnach in Geschäftsmodelle. Es sollte also ein Produkt, App, Webseite, Technologie geben die funktioniert. Ob es bereits Betauser gab oder public ist nicht so wichtig. Hauptsache man hat etwas Traction. Die Umsetzung der Idee in eine Firma ist der Schlüssel. Es ist einfach der nächste Schritt und demnach sollte man nur mit einer Idee nicht einen VC ansprechen.
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Netzwerk. Ich gebe es zu. Oft sind VCs nicht die Experten wenn es Details eines Geschäftsmodells angeht. Aber die meisten Investoren haben einen ziemlich guten Überblick, alleine weil sie soviel bereits gesehen haben. Sicherlich ist ein Business Angels, der selber in dem Markt bereits gegründet hatte in einem direkten Vergleich einem generalistischen VC im Vorteil. Doch der VC kennt dafür weitaus mehr Märkte. Und dies ermöglich Transferwissen. Man kann Kooperationen zwischen Portfoliofirmen einleiten, Intros zu einer Vielzahl an Leuten ermöglichen (für weiteres Fundraising, andere CEOs, Marketing Experten, usw.) und hat gewisse Themen bereits einige Male mit anderen Investment gelöst. Das Netzwerk von VCs ist einfach sehr breit und ermöglicht viele Kontakte. Und dieses Netzwerk erleichtert Wissenstransfer und Unterstützung. Zudem sind einige Partner von VCs selber sehr stark in gewissen Themen und können dann auch operative Details klären.
Mit all den Vorteilen eines Angels (dichter am Geschehen, persönlicher, selber Unternehmen), ist der Geldfaktor ein echtes Problem. Ich habe leider bereits einige Startups gesehen, welche Probleme hatten wenn die Altinvestoren nicht weiteres Geld zur Verfügung stellen konnten. Wieso? Nun es gab gut 20 bedeutende Angels, jeder hat 10k bis 50k gezahlt. Und als eine Krise kam, hatte keiner mal so 200k bereit für eine Nachfinanzierung. Und irgendwie hat sich auch keiner in der Verantwortung gesehen.
Ok, und nun genug über Angels geschimpft. Im Gegenteil, Business Angels sind sehr wichtig. Ohne die Anfangsfinanzierung der ersten 100k, haben viele Startups es schwer. Und sich direkt an einen VC zu wenden ist auch nicht ideal. Demnach braucht fast jedes Startup ein oder zwei Angels. Doch rate ich, dass man sich diese bewusst aussucht. Zum einen sollten es wenige sein, damit diese sich umsomehr in der Verantwortung fühlen. Zum anderen welche, die auch Geld nachlegen können. Ansonsten wirkt es so, als würden die Altinvestoren nicht mehr an die Idee glauben.
Magazine lesen: iPad vs. Print
Posted by FW on Mrz 19, 2012 in Sonstiges
Es ist wie so oft. Wir kennen die Technik, wissen davon, aber begreifen wir sie auch? Ich beschäftige mich denn ganzen Tags mit neuen Produkten und Trends. Und doch bin ich immer wieder überrascht wie wenig ich diese auch manchmal in mein Privatleben integriere. Auf einem Flug in die Türkei am Wochenende hatte ich wieder so ein Aha Erlebnis. Ich dachte mir vor dem Flug, ich wuerde gerne WIRED als Magazin lesen. Kurze Suche im Netz ergab aber, dass die Ausgaben außerhalb der UK gut über 50€/Jahr kostet, doppelt soviel wie im England. Finde ich zu teuer und dachte dann, wie ist es mit einer iPad Ausgabe? Also habe ich mit eine für 2.3€ mal gekauft und dann im Flug gelesen. Whow. Hätte ich nicht gedacht was für ein Unterschied es macht. Was ist also anders auf dem iPad vs einem gedruckten Exemplar?
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Das Design ist schick. Wie eine Webseite, einfach top. Spricht mich an, ist sehr angenehm.
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Ich kann Screenshot von guten Passagen machen und Leuten mailen. Muss also nicht mehr Seiten ausreißen und dann auf den Tisch legen.
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Navigation macht mehr Spaß. Mit dem Finger zu scrollen, mit der Hand zu wischen, spielerisch und belustigend.
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Die Interaktivität ist klasse. Ich lese Texte, habe integrierte Videos (zB Kommentar eines Autors, oder gleich den Trailer passend zur Filmkritik), Animationen von Karten, Objekten, Zusammenhängen. Alleine dafür lohnt es sich schon.
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Schnittstelle zum Internet ist da. Ein Link und ich bin auf der Webseite, oder der Twitter Stream eines vorgestellten Startups wird automatisch integriert. Cool!











